Digitalisierungsförderung Pflege: wer die 12.000 € bekommt
Die Digitalisierungsförderung nach § 8 Abs. 8 SGB XI zahlt einmalig bis zu 12.000 € für digitale Ausrüstung. Antragsberechtigt sind nur Pflegeeinrichtungen mit Versorgungsvertrag nach § 72 SGB XI. Ein Angebot, das nur nach § 45a anerkannt ist, bekommt sie nicht.
Das Wichtigste in Kürze
- 40 %
- der Anschaffungskosten
- einmaliger Zuschuss nach § 8 Abs. 8 SGB XI
- 12.000 €
- Höchstbetrag je Einrichtung
- einmalig, auf mehrere Anschaffungen aufteilbar
- 31.12.2030
- Antragsfrist
- für Anschaffungen seit 01.01.2019
- § 72
- Voraussetzung: Versorgungsvertrag
- reine § 45a-Angebote sind nicht antragsberechtigt
Inhalt · 8 Abschnitte
Wie hoch ist die Digitalisierungsförderung?
Die Pflegeversicherung bezuschusst seit 2019 die Anschaffung digitaler und technischer Ausrüstung. Rechtsgrundlage ist § 8 Abs. 8 SGB XI. Das Verfahren regelt eine Richtlinie des GKV-Spitzenverbandes. Die Eckdaten:
- Höhe: bis zu 40 % der ausgegebenen Mittel, höchstens 12.000 € je Pflegeeinrichtung. Der Zuschuss gilt einmalig für den ganzen Förderzeitraum. Sie können ihn auf mehrere Anschaffungen und Anträge aufteilen.
- Zeitraum: Anschaffungen vom 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2030. Den Antrag stellen Sie spätestens bis 31. Dezember 2030.
- Eigenanteil: Mindestens 60 % trägt die Einrichtung selbst. Für die vollen 12.000 € müssen Sie also mindestens 30.000 € ausgeben.
Wer ist antragsberechtigt?
Hat Ihr Dienst einen Versorgungsvertrag nach § 72 SGB XI?
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Ja Zuschuss bei der Pflegekasse beantragen Ambulante Pflegedienste sind antragsberechtigt. Zugelassene Betreuungsdienste lassen sich die Berechtigung vorab bestätigen.
- Nein, nur § 45a-Anerkennung Landesförderung prüfen Reine Angebote zur Unterstützung im Alltag sind nicht antragsberechtigt. Prüfen Sie die Förderung nach § 45c SGB XI.
Die Anerkennung nach § 45a ist kein Versorgungsvertrag.
Ein Betreuungsdienst nach § 71 Abs. 1a SGB XI wird wie ein Pflegedienst über § 72 zugelassen. Die Richtlinie nennt Betreuungsdienste aber nicht ausdrücklich. Sie verweist auf Pflegeeinrichtungen nach § 71 Abs. 1 oder 2. Für Betreuungsdienste gelten nach § 71 Abs. 1a die Regeln für Pflegedienste entsprechend. Lassen Sie sich die Antragsberechtigung deshalb vorab von der Pflegekasse bestätigen. Wie die Zulassung funktioniert, erklärt der Beitrag Zulassung als Betreuungsdienst.
Ein nach § 45a anerkanntes Angebot zur Unterstützung im Alltag rechnet den Entlastungsbetrag und den Umwandlungsanspruch mit der Pflegekasse ab. Einen Versorgungsvertrag nach § 72 hat es nicht. Deshalb erhält es den Zuschuss nicht. Den Unterschied erklärt der Beitrag Anerkennung und Kassenzulassung.
Was ist förderfähig?
Förderfähig sind einmalige Anschaffungen digitaler oder technischer Ausrüstung. Dazu zählen Kosten der Inbetriebnahme wie der Erwerb von Lizenzen oder die Einrichtung von W-LAN. Die Richtlinie nennt unter anderem diese Bereiche:
- Entbürokratisierung der Pflegedokumentation
- Dienst- und Tourenplanung
- IT- und Cybersicherheit
- internes Qualitätsmanagement und Erhebung von Qualitätsindikatoren
- bessere Arbeitsabläufe und Organisation in der Pflege
- elektronische Abrechnung pflegerischer Leistungen nach § 105 SGB XI
- Schulungen zu digitalen Kompetenzen, die mit der Anschaffung zusammenhängen
Hauptzweck muss die Entlastung der Pflegekräfte, eine bessere Versorgung oder eine stärkere Beteiligung der Pflegebedürftigen sein. Ein Antrag kann mehrere Anschaffungen als Gesamtkonzept enthalten. Weisen Sie bei Paketen die einzelnen Posten auf der Rechnung getrennt aus.
Beispielrechnung
Beispielrechnung: Betreuungsdienst mit Software im Abo
Ein zugelassener Betreuungsdienst mit 12 Mitarbeitern führt die mobile Dokumentation ein. Die Software läuft im Abo.
- 8 Smartphones für die mobile Dokumentation
- 2.400,00 €
- Schulung des Teams in der Anwendung, 2 Tage
- 1.600,00 €
- W-LAN im Büro
- 500,00 €
- Software im Abo, 12 Monate laufende Kosten nach § 4 Abs. 3 der Richtlinie
- nicht förderfähig
- Förderfähige Gesamtkosten
- 4.500,00 €
- Zuschuss nach § 8 Abs. 8 SGB XI, 40 %
- 1.800,00 €
Beträge beispielhaft. Kaufen Sie eine Software-Lizenz einmalig, zählt der Kaufpreis mit. Vom Höchstbetrag bleiben 10.200 € für spätere Anschaffungen bis 2030.
Wie stellen Sie den Antrag?
Den Antrag stellen Sie schriftlich. Der GKV-Spitzenverband stellt auf seiner Förderseite ein Antragsmuster bereit. Sie können den Zuschuss vor der Anschaffung mit einem Kostenvoranschlag beantragen. Dann wissen Sie vor dem Kauf, was bewilligt wird. Oder Sie beantragen danach mit Rechnung und Zahlungsnachweis.
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Schritt 1
Voraussetzung prüfen
Ihr Dienst ist nach § 72 SGB XI zugelassen und hat ein Institutionskennzeichen. Für reine § 45a-Angebote gilt der Abschnitt zur Landesförderung.
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Schritt 2
Maßnahme zusammenstellen
Bündeln Sie die Anschaffungen als Gesamtkonzept. Vor dem Kauf genügt ein Kostenvoranschlag, danach brauchen Sie Rechnung und Zahlungsnachweis.
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Schritt 3
Antrag schriftlich einreichen
An eine an der Pflegesatzvereinbarung beteiligte Pflegekasse, deren Landesverband oder den vdek im Land Ihrer Zulassung.
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Schritt 4
Bewilligung und Nachweise
Die zuständige Pflegekasse bewilligt dem Grunde nach. Ausgezahlt wird erst nach Vorlage der Belege.
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Schritt 5
Auszahlung
Auf die Bankverbindung, die bei der Arbeitsgemeinschaft IK gemeldet ist. Weichen die Belege von der Bewilligung ab, entscheidet die Kasse neu.
Diese Angaben verlangt § 4 Abs. 3 der Richtlinie:
Checkliste
Unterlagen für den Antrag nach § 8 Abs. 8 SGB XI
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Name, Sitz und Institutionskennzeichen der nach § 72 SGB XI zugelassenen Einrichtung
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Name und Anschrift des Trägers
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Beschreibung der Maßnahme
Inhalt, Zweckmäßigkeit und Umfang der Ausrüstung
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Angaben zum Hersteller der Ausrüstung
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Gesamtkosten der Anschaffung
ohne regelmäßig wiederkehrende Kosten wie Wartung oder Service
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Zahlungs- und Rechnungsbeleg je Maßnahme
bei geplanten Maßnahmen ein Kostenvoranschlag
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Bei Leasing oder Ratenzahlung: Bescheinigung über den Vertrag
Zinsen, Wartung, Reparatur und Service ziehen Sie von der Summe ab
Was plant der Gesetzentwurf ab 2027?
Den Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes hat die Bundesregierung am 30. September 2026 beschlossen. Das Gesetzgebungsverfahren läuft. Beschlossen ist das Gesetz noch nicht. Laut Entwurf soll die Förderung ab 2027 in § 11 Abs. 3 SGB XI stehen. Höhe, Höchstbetrag und Zeitraum sollen gleich bleiben. Als Beispiele nennt der Entwurf Anwendungen für Betreuung, Aktivierung und soziale Teilnahme der Pflegebedürftigen. Auch Schulungen zum Umgang mit künstlicher Intelligenz sollen förderfähig sein. Neue Richtlinien sollen bis 31. März 2027 kommen.
Zusätzlich plant der Entwurf ein Förderprogramm von 1,6 Milliarden Euro für die Digitalisierung ambulanter und stationärer Pflegeeinrichtungen. Die Mittel sollen ab 1. Juli 2027 an die Einrichtungen gehen.
Welche Förderung gibt es für reine Alltagshilfen?
Für Angebote zur Unterstützung im Alltag ohne Versorgungsvertrag gibt es keinen Zuschuss nach § 8 Abs. 8. Der vorgesehene Weg ist § 45c SGB XI. Danach fördert die Pflegeversicherung den Auf- und Ausbau solcher Angebote. Sie zahlt in gleicher Höhe wie das Land oder die Kommune.
Als Zweck nennt § 45c Abs. 3 vor allem Aufwandsentschädigungen für ehrenamtlich tätige Helfer. Dazu kommen Personal- und Sachkosten für Koordination, Organisation, fachliche Anleitung und Schulung. Dem Antrag liegt ein Konzept zur Qualitätssicherung bei. Drei Punkte vorab:
- Kein Anspruch aus der Anerkennung: Die Anerkennung nach § 45a allein begründet keine Förderung. Ob gefördert wird, entscheidet die zuständige Stelle des Landes.
- Oft nur ehrenamtliche Angebote: Baden-Württemberg etwa fördert nur ehrenamtlich getragene Angebote. Angebote mit beschäftigtem Personal sind dort von der Förderung ausgeschlossen.
- Kein eigener Software-Zuschuss: § 45c SGB XI nennt Software nicht eigens. Ob sie als Sachkosten der Organisation zählt, entscheidet die Förderstelle.
Ob Ihr Land gewerbliche Anbieter fördert und wer zuständig ist, steht auf der Seite Ihres Bundeslandes:
- Schleswig-Holstein
- Mecklenburg-Vorpommern
- Bremen
- Hamburg
- Brandenburg
- Nordrhein-Westfalen
- Niedersachsen
- Sachsen-Anhalt
- Berlin
- Rheinland-Pfalz
- Hessen
- Thüringen
- Sachsen
- Saarland
- Baden-Württemberg
- Bayern
Landesförderungen setzen in der Regel voraus, dass Sie den Antrag vor Beginn der Maßnahme stellen. Fragen Sie deshalb zuerst die zuständige Stelle und kaufen Sie danach. Einige Länder haben außerdem allgemeine Digitalisierungsprogramme für kleine Unternehmen. Ob ein Betreuungsbetrieb dort antragsberechtigt ist, regelt jedes Programm selbst.
Was bedeutet das für ein Aldor-Abo?
Aldor ist ein Abo ohne Lizenzkauf und ohne Einrichtungsgebühr. Die Abo-Gebühr zählt zu den laufenden Kosten, auch bei jährlicher Zahlung. Nach § 8 Abs. 8 ist sie deshalb nicht förderfähig. Bei einem zugelassenen Dienst können Anschaffungen rund um die Einführung förderfähig sein, etwa Smartphones oder Tablets für die Helfer-App. Die App läuft auf iOS und Android.
Für reine Alltagshilfen ohne Versorgungsvertrag nennt die Seite Ihres Bundeslandes die zuständige Stelle für die § 45c-Förderung. Was Aldor kostet, steht auf der Preisseite. Welche Funktionen ein § 45a-Angebot braucht, zeigt die Übersicht Alltagshilfe-Software.
Welche Fehler kosten den Zuschuss?
- Anerkennung mit Zulassung verwechseln: Die § 45a-Anerkennung ist kein Versorgungsvertrag nach § 72. Nur die Zulassung berechtigt zum Zuschuss.
- Laufende Kosten einreichen: Abo-, Wartungs- und Servicekosten zählen nicht. Einmalige Anschaffungen, Lizenzkäufe sowie Leasing- und Ratenzahlungen zählen.
- Den Zuschuss für jährlich halten: Die 12.000 € gibt es einmal je Einrichtung bis 2030. Sie lassen sich auf mehrere Anträge verteilen.
- Bei der Landesförderung zuerst kaufen: Bei § 8 Abs. 8 geht der Antrag auch nach dem Kauf. Landesförderungen verlangen in der Regel den Antrag vor Beginn.
- Posten nicht trennen: Weisen Sie einmalige und laufende Kosten getrennt aus. Sonst kann die Kasse die förderfähige Summe nicht bestimmen.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Förderung nach § 8 Abs. 8 SGB XI?
Ist ein Betreuungsdienst antragsberechtigt?
Ist eine Alltagshilfe mit § 45a-Anerkennung antragsberechtigt?
Ist Software im Abo förderfähig?
Wo stelle ich den Antrag?
Kann ich die Förderung rückwirkend beantragen?
Welche Förderung gibt es für Alltagshilfen auf Landesebene?
Ändert sich die Förderung 2027?
Quellen
- § 8 SGB XI: Gemeinsame Verantwortung (Gesetze im Internet)
- Richtlinien des GKV-Spitzenverbandes nach § 8 Abs. 8 SGB XI vom 08.04.2019, geändert am 12.07.2023 (PDF, geprüft am 21.10.2026)
- Orientierungshilfe zur Digitalisierungsförderung nach § 8 Abs. 8 SGB XI, 04/2024 (PDF)
- GKV-Spitzenverband: Finanzierungs- und Fördervorhaben, Antragsmuster
- § 71 SGB XI: Pflegeeinrichtungen (Gesetze im Internet)
- § 72 SGB XI: Zulassung zur Pflege durch Versorgungsvertrag (Gesetze im Internet)
- § 45c SGB XI: Förderung der Weiterentwicklung der Versorgungsstrukturen (Gesetze im Internet)
- UstA-VO Baden-Württemberg, §§ 6 und 13 (Landesrecht BW)
- Gesetzentwurf der Bundesregierung, Pflegeneuordnungsgesetz, Bundesrats-Drucksache 587/26 (neu) vom 09.10.2026: Art. 1 Nr. 13 (§ 11 SGB XI-E)
Über den Autor
Mitgründer · Geschäftsführer
Mitgründer und Geschäftsführer von Aldor. Schreibt hier über Software für die Alltagshilfe, Vergleiche und einen gut organisierten Betrieb.
Profil ansehenDieser Beitrag gibt den Stand vom 21. Oktober 2026 wieder und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Gesetzliche Beträge und Regelungen ändern sich. Im Zweifel gilt die Auskunft der Pflegekasse oder der zuständigen Landesbehörde.
Nächster Schritt
Bringen Sie Ihren Betrieb auf das nächste Level.
„Aldor überzeugt fachlich und technologisch.“
